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Große Freiheit, kleines Meer – Eine Runde um Schwedens größten See

Ein Gastartikel von Jörg Knorr, der bereits seit 20 Jahren mit Boot und Kamera unterwegs ist. Horizonte entdecken ist sein Leitthema und er berichtet leidenschaftlich in seinen Vorträgen über seine Reiseabenteuer. Jörg Knorr hat im Vänern in Schweden sein Kajak ins Wasser gesetzt und den riesigen See in zwei Wochen ein Mal komplett umrundet. 

Würde man mich auf einer der 22.000 Inseln des Vänern aussetzen, ohne mir zu sagen, wo ich bin, bräuchte ich wahrscheinlich einige Zeit, um zu merken, dass ich mich nicht auf der Ostsee befinde, sondern auf Schwedens größtem Binnensee. Es sei denn, ich würde das Wasser kosten. Das hat nämlich Trinkwasserqualität. 
Es ist nicht das erste mal, dass ich mit meinem Kajak auf dem Vänern unterwegs bin. Aber diese Tour wird anders. Dieses Mal will ich den ganzen See umrunden. Okay, jede Bucht werde ich nicht auspaddeln können, dafür müsste man mindestens 2 Monate Zeit haben, da die Uferlinie des Sees 2.000 Km lang ist. Die Umrundung aller Schären und Inseln sind darin noch nicht enthalten. Die Grenzen werden allein durch den Zeitrahmen gesetzt. Der Vänern ist ein riesiger Abenteuerspielplatz mit gigantischem Erlebnispotential. Industriegebiete im Norden werde ich links liegen lassen. Mir ist es wichtiger, die Schärengärten zu erkunden, die isoliert, teilweise als Naturreservat oder sogar als Nationalpark geschützt, die eigentlichen Perlen des Vänern sind. 
 
 
 
      ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr
 
Auf Landkarten ist der See überschaubar. Vor Ort relativiert sich das Ganze. Der geplante Rundkurs wird sich zum Schluss auf 400 bis 500 Km Paddelstrecke aufsummieren. Ein Freund in Åmål hat mir Tipps gegeben, wo es besonders schön sein soll. Er ist normalerweise mit seiner Segelyacht auf dem See unterwegs. Sein Boot hat 1,80 m Tiefgang. Vermutlich werde ich zwischen den Schären dort paddeln, wo er noch nie war. Wer wem danach die besseren Tipps geben kann scheint mir, vorsichtig ausgedrückt, sehr offen. Die Frage wird sein, wer mit welchem Boot wo hinkommt. Mit knapp 2 m Tiefgang ist man einfach sehr beschränkt in seinen Möglichkeiten, die schönsten Ecken eines Gewässers zu finden. Für mich ist klar, dass man mit dem Kajak klar im Vorteil ist, was das Entdeckerpotential angeht. Nur 10 cm Tiefgang eröffnen einem zwischen den Inseln einen großen Aktionsradius. Wenn es zu flach wird, steigt man einfach aus und zieht das Boot zum Ufer. Inseln, Buchten und Uferbereiche zu erkunden funktioniert, da bin ich mir wirklich sicher, in keinem anderen Boot so einfach wie im Kajak.
 
 
   ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr
  
Zeitreise

Anfang Juni setze ich mein Kajak in Åmål, am Westufer des Vänern, ins Wasser. Zunächst geht es um Värmlandsnäs, eine Einengung des Sees vom Nordufer, herum und dann weiter Richtung Karlstad. Auf Vithall, einer kleinen, Värmlandsnäs südlich vorgelagerten Insel steuere ich in eine Bucht. Dort steht ein altes Fischerhaus. Die Tür ist nur mit einem kleinen Stock im Bügel eines Riegels gesichert. Vorsichtig, mit einem fragendem  „Hallo“-Ruf, betrete ich das Haus. Es scheint eine Art Museum zu sein. Man könnte denken, die Bewohner sind gerade aus dem Haus gegangen und könnten jeden Moment wieder kommen. Auf dem Schreibtisch steht ein Briefständer und eine Federschale, neben der eine Nickelbrille liegt. Originalbriefe von 1931 klemmen im Briefständer. In der Küche steht ein alter Feuerherd, über dem Fenster hängen an einer Holzstange Runde Zwieback-Stücken, Petroleumlampen hängen von der Decke oder stehen auf einem der Fensterbretter und an der Wand hängen alte Fotos aus den Fünfziger und Siebziger Jahren. Überall findet man typische Gebrauchsgegenstände aus einer Zeit ohne Strom und fließend Wasser. 

   ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr

Vor dem Haus stehen 2 alte Holzanker, die früher mit großen Feldsteinen versehen das notwendige Gewicht erhielten, um Fischerboote sicher zu halten. In der Diele hängt ein gerahmtes Diplom aus dem Jahr 1984, das Ruth und Walter Andersson für die geleistete Arbeit bei der Instandhaltung und Renovierung dieses Fischerhauses ehrt. Durch dieses Haus zu gehen ist wie eine Zeitreise. Wer sich das Ganze selbst ansehen möchte muss einfach versuchen, den Geocache 1RRZG zu finden (weitere Informationen können Sie hier finden) oder einfach diese Position N 58° 50.865, E 013° 14.328 ansteuern.
 
                                                       ® Jörg Knorr                                                                      ® Jörg Knorr
                          
Auf dem weiteren Weg paddle ich an Hammarö vorbei. Während einer Pause liege ich auf einem flachen Felsen auf dem Rücken und schaue einem Seeadler nach, der sich, von der Thermik unterstützt, in die Höhe schraubt. Seeadler bekommt man nicht so häufig zu Gesicht. Fischadler, die spätestens mit ihrem etwas schrillen Ruf auf sich aufmerksam machen, dafür um so öfter. Kommt man ihrem Horst zu nah, fliegen sie auf und drehen großzügige Kreise, um Eindringlinge wie mich im Auge zu behalten und sicher zu gehen, dass keine Gefahr droht. Auch Kanadagänse, Gänsesäger, Pracht- und Haubentaucher, verschiedene Enten- und Möwenarten und Küstenseeschwalben sind hier zu Hause.

Vor Mittsommer, in der ersten Junihälfte, ist es sehr ruhig auf dem See. Selbst die Segelboote in der Ferne sind an einer Hand abzuzählen. Die Ruhe ist fast berauschend. Sitzt man abends auf einer der Tausenden Inseln neben dem Zelt ist nur das Glucksen der Wellen, das Rauschen des Windes in den Bäumen und ab und zu der charakteristische tiefe Ruf einer Rohrdommel zu hören. Die Tage sind so lang, dass ich nie Zeitdruck spüre. Der frühe Sonnenaufgang treibt mich aus dem Zelt. Nicht selten sitze ich schon vor sieben Uhr im Kajak. Da fällt es nicht schwer, 40 km und mehr am Tag zu paddeln. Will man, wie ich, in 2 Wochen den Vänern umrunden, ist das die Messlatte für die Tagesetappen.

         ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr
          
Die erste Woche und damit auch der nördliche Teil des Sees liegen hinter mir. Gestern bin ich vom Ostufer über Djurö nach Lurö gepaddelt. Es sieht so aus, als müsste ich einen Tag Zwangspause einlegen. Der Wind peitscht mit 6 bis 7 Windstärken aus NO überall Schaumkronen auf die Wasseroberfläche. Ich habe in Bösshamn, einer kleinen Bucht an der Ostküste Lurös, einen geschützten Naturhafen gefunden. Paddeln ist heute keine Alternative. Wandern passt besser. An Ausflugszielen mangelt es nicht. Auf Lurö gibt es eine alte Klosterruine, die Überreste einer Ziegelei, einen Leuchtturm, ein Hügelgrab, einen Gästehafen und sogar etwas Gastronomie und eine Jugendherberge. Ich wandere die ganze Insel ab, komme an mit breiten Schilfgürteln bewachsenen Uferabschnitten, Wiesen und Höfen mit den typischen dunkelroten schwedischen Häusern vorbei. Um die 20 km habe ich abends in den Beinen. 

     ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr                

Das Geheul des Windes in den Baumwipfeln hat sich am nächsten Morgen gelegt. Ich kann das Kajak wieder packen und meine Reise nach Kållandsö, einer Insel am Nordende der südlichen Einschnürung in den Vänern, fortsetzen. Ich nähere mich direkt von Norden kommend Kållandsö und muss erst ein Stück um die kleine Insel Stor-Eken herum um dann endlich das Schloss Läckö zu sehen. Es liegt am Ostufer von Kållandsö. Ich mache dort eine Pause, um mir das mittelalterliche Schloss aus der Nähe anzusehen. Das Schloss ist auch bei den Schweden ein beliebtes Ausflugsziel. Man findet neben einem Kiosk, einen Campingplatz und Gasthafen und 2 Restaurants.

Was ein guter Lagerplatz braucht

Wenn am Nachmittag die Suche nach einem Lagerplatz beginnt, dann können unterschiedlichste Kriterien eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen. Manchmal sucht man nach einem besonders idyllischem Platz mit schöner Aussicht über den See, manchmal möchte man besonders gute Sicht nach Nordwesten haben, um den Sonnenuntergang lange  beobachten zu können, aber nicht selten ist man einfach froh, wenn man nach einer längeren Etappe einfach nur einen ebenen Platz mit einfachem Zugang und Ausstiegsmöglichkeit findet, an dem man schnell sein Zelt aufgebaut bekommt. Wenn Regen droht muss es schnell gehen. Die Auswahlkriterien beschränken sich in solchen Situationen auf rein praktische Gegebenheiten. So auch heute. Regen liegt in der Luft. Man kann ihn fast riechen. Ab und zu tröpfelt es schon, wenn auch zaghaft. In der Ferne ist eine dunkle Wolkenfront zu sehen, die immer näher rückt. Breite schräg verlaufende graue Streifen zwischen Wolken und Wasseroberfläche zeugen von Regengüssen, die nicht mehr allzu weit weg scheinen. Schnell entscheide ich mich für den erst besten Platz auf einem Felsen im äußeren Schärengürtel an der Nordwestecke von Kallandsö. 

           ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr            

Das Zelt bekomme ich gerade so eingeräumt, bevor der Regen einsetzt. Dicke Tropfen platschen auf das Wasser. Bevor ich mich auch in mein Zelt verziehe, nehme ich noch ein Bad im kühlen See. Nach einer knappen Stunde hört es auf, zu regnen. Ich bin fast eingeschlafen beim gleichmäßigen Geprassel des Regens auf mein Zelt. Die plötzliche Ruhe und ein gelbliches Licht treiben mich aus dem Zelt. Die Sonne scheint, den Wettstreit mit den Wolken für sich entscheiden zu wollen. Immer wieder ändert sich die Lichtstimmung. Mal schaffen es nur einige wenige Strahlen, sich den Weg durch eine Wolkenlücke zu bahnen, dann, nur Minuten später, leuchten ganze Uferabschnitte im warmen Flutlicht der Sonne. Ein Fest für die Sinne. Mein Zelt steht auf einem ebenen Felsen. Das Boot habe ich auf einem weiteren Felsen direkt neben dem Zelt „geparkt“. Ich laufe barfuß um meinen Lagerplatz herum, um die perfekte Perspektive für ein paar Fotos zu finden. Später sitze ich noch eine ganze Weile vor dem Zelt und folge mit zugekniffenen Augen der untergehenden Sonne, bevor mich die Müdigkeit endgültig in den Schlafsack treibt.

Über Vänersnäs und Vänersborg setze ich meinen Weg zum Ostufer fort und folge dann, wieder mit Kurs N, der Uferlinie, die von Inselgruppen und Schärengärten flankiert wird. Ab wann darf man einen Felsen eigentlich Insel nennen, frage ich mich oft unterwegs. Ein Schwede gibt mir in einem kleinen Hafen nördlich von Vänersborg eine plausible Antwort auf diese Frage und meint sinngemäß: „Wenn Du 2 Stühle aufstellen kannst, und noch einen Platz für deinen Picknick-Korb findest, dann bist du definitiv auf einer Insel.“ Die schwedische Lebensart klingt ein wenig mit in dieser Erklärung.

Die Kunst, allein zu reisen

Vor mir liegt eine kleine Bucht mit flachem Sandstrand und einer verlockenden Wiese. In einiger Entfernung stehen Ferienhäuser. Es sind aber keine Menschen zu sehen. Mit einem leisen dumpfen Rauschen läuft der Bug meines Kajaks auf den feinen Sand auf. Ich schaue mich, etwas unsicher, ob ich hier zelten darf, um. Eine Frau mit 2 Kindern kommt zum Strand. Auf meine Frage nach der Möglichkeit, hier zelten zu dürfen, meint sie nur, ohne sich selbst sicher zu sein, dass sich daran ganz sicher niemand stören würde. Es seien sowieso nicht viele Urlauber hier. Ihr Mann kommt eine Viertelstunde später hinzu und es entsteht eine angeregte Unterhaltung zwischen einem Nordlicht aus Flensburg und einem Bayern aus München. Simone und Florian sind mit ihren beiden Kindern hier, um Urlaub zu machen. Sie haben ein Ferienhaus gemietet. Zusammen mit ihrem Sohn, der vor mir im Cockpit sitzt, mache ich eine kleine Spritztour im Kajak über die flache Badebucht. Dann bekomme ich eine Einladung zum Abendbrot, die ich schwer ablehnen kann und möchte. Unsere Unterhaltung setzen wir nach einem Nudelauflauf und frischem Salat auf der Terrasse des Ferienhauses fort. Es wird der einzige Abend bleiben, den ich in Gesellschaft verbringe. 

                ® Jörg Knorr                                                                               ® Jörg Knorr

Florian ist ganz interessiert daran zu erfahren, was einen antreibt, ganz allein zwei Wochen mit Zelt und Boot ohne Reisepartner unterwegs zu sein. Für ihn wäre das nichts, meint er bestimmt. Ich wende ein, dass man sich dessen nicht so sicher sein sollte. Man muss es ausprobieren. Erst dann wird man wissen, ob man mit sich selbst klar kommt. Wenn dem nicht so sein sollte, dann weiß man es, statt es zu glauben. Man sollte aber auch auf das Gegenteil gefasst sein. Es könnte zu neuen positiven Erkenntnissen kommen, die einen zum regelmäßigen Alleinreisenden mutieren lassen. Neue Perspektiven eröffnen neue Möglichkeiten. Eines ist sicher, das weiß ich aus eigener Erfahrung, große Teile einer Reise erlebt man allein anders als mit Frau, Freund oder Familie. Man macht nicht nur eine Reise, die Reise macht auch etwas mit dir.

Vom Duft des Regens

Der letzte Paddeltag liegt vor mir. Von Yttre Bodane zurück nach  Åmål. Eine geschützte Buch nordöstlich der Insel Gåsön, auf der ein altes Leuchtturmhaus steht, wird oft auch von Segelyachten als Ankerplatz genutzt. Es fällt auf, dass die Felsen hier von hellen Strängen durchzogen sind. Eine Art Canyon befindet sich an der Südwestseite von  Gåsön. Dort hat man früher probeweise Quarz abgebaut, die Aktivitäten dann aber schnell wieder eingestellt da die Vorkommen offenbar doch geringer waren, als man dachte. Weiter nach Norden paddle ich an Tösse vorbei und steuere die Insel Sandön an. Wie der Name schon sagt, hat Sandön einen sehr schönen feinen Sandstrand. Dort mache ich eine letzte Pause, um mich mit meinem Freund in  Åmål zu verabreden.  Åmål ist keine 8 Km mehr von Sandön entfernt. Ich rufe Knut an. Er erzählt mir, dass gerade ein schwerer Regenguss auf Åmål niedergeht. Die Wolken würden angeblich in meine Richtung ziehen. Bei mir scheint die Sonne. 

    ® Jörg Knorr                                                                                        ® Jörg Knorr                 

Ich schaue mich um und bekomme plötzlich eine Ahnung, wovon Knut erzählt. Eine dicke dunkle nach nichts Gutem aussehende Wolke zieht direkt auf mich zu. Sieht ganz danach aus, als sollte ich noch eine ordentliche Dusche abbekommen. Jetzt habe ich es doch etwas eilig, wieder ins Boot zu kommen. Das Wetter ändert sich schlagartig. Es wird bedrohlich dunkel. Der Regen ist schon zu hören, bevor ich nass werde. Ein Rauschen in den Bäumen der dicht bewaldeten Insel kündigt den Wind an, der plötzlich auffrischt und für Abkühlung sorgt. Damit aber nicht genug. Auf meiner Spritzdecke schlagen erste Hagelkörner auf, die zum Glück nicht besonders groß sind. Das hätte sonst eine schmerzhafte Angelegenheit werden können. Mit zusammengekniffenen Augen und kräftigen Schlägen paddle ich vorgebeugt gegen den unangenehmen Wind an. Es gibt aber auch eine positive Begleiterscheinung dieses Wetterphänomens. Ein ganz intensiver frischer Geruch, der durch die vom Regen verursachte Abkühlung und das Binden des Staubes auf den Felsen erzeugt wird, liegt in der Luft. Diesen Duft müsste man konservieren können, denke ich. Keine Zwanzig Minuten später ist alles vorbei. Der Wind legt sich, es hört auf, zu regnen und die Sonne meldet sich zurück, als wäre nichts gewesen. Mein Oberkörper dampft.

Vor mir liegt Åmål, wo Knut mit meinem Auto auf mich wartet. Das Timing ist perfekt. Punkt Fünfzehn Uhr ziehe ich mein Kajak auf den flachen Holzsteg. Ein Gefühl der Zufriedenheit machte sich schon während der letzten Paddelschläge in mir breit. Jetzt kommt noch ein Quäntchen Stolz dazu. „Rund Vänern“ liegt hinter mir. Trotzdem wird dieser See einen festen Platz auf meiner „To do-Liste“ behalten. Neu entdeckte und doch nur gestreifte Schärengärten wie Djurö oder Lurö haben Eindrücke und Neugier hinterlassen. Von Eindrücken kann man eine ganze Weile zehren, Neugier aber muss befriedigt werden. Ich weiß nicht genau, die wievielte Tour auf dem Vänern das war, zwei Dinge aber sind sicher. Es war die bisher längste Vänernreise und es werden noch einige folgen.

                                                                                                       ® Jörg Knorr

Zum Schluss zeigt mein GPS-Gerät 460 Reise-km an. 13 Tage war ich unterwegs. 12 Tage bin ich gepaddelt. Ich habe ein kleines Meer erkundet und fand es immer wieder spannend, am Tag noch nicht genau zu wissen, wo das Zelt abends stehen wird. Es ist eine Art Freiheit, die man täglich spürt, und dieses Gefühl macht nicht zuletzt den Reiz einer solchen Reise aus. Vielleicht ist das nicht jedermanns Sache? Ich kann nicht genug kriegen davon.

Weitere Informationen

Gewässer

Der Vänern ist etwa 140 km lang und bis zu 70 km breit. Seine Fläche beträgt 5648 km². Er ist Nach dem Ladogasee und dem Onegasee in Russland der drittgrößte Binnensee Europas.  Seine größte Tiefe beträgt 106 m. Sein nördlicher Teil wird auch Värmlandsjön, der südliche Teil Dalbosjön genannt. Zusammen mit dem Göta- und dem Trollhättan-Kanal verbindet der See die Ost- und Westküste Schwedens zwischen Stockolm und Göteborg. Die Provinzen Värmland und Västra Götland grenzen an den Vänern. Der Vänern bietet sowohl für Anfänger als auch für gestandene Kajakfahrer einen idealen Tummelplatz. In den Schärengärten findet man windgeschützte Paddelgebiete und wer sich mit Wind und Wellen messen will, kann es z.B. mit der Querung einer der größeren Buchten versuchen. Grundsätzlich sollte man auf schnelle Wetterumschwünge gefasst sein und längere Touren gut planen. Die Paddelbedingungen auf den offenen Wasserflächen sind mit der Ostsee vergleichbar. Kurze steile Wellen können bei frischem Wind für ungeübte Paddler schnell zu einer ernsthaften Gefahr werden.

 

Anreise

Die Anreise mit dem Auto aus Norddeutschland ist einfach. 3 Alternativen bieten sich an. A1: Von der dänischen Grenze nach Frederikshavn. Von dort mit der Fähre nach Göteborg. Von Göteborg weiter bis z.B. Amal. A2: Von der dänischen Grenze über Fünen, die Große-Belt-Brücke, Kopenhagen, die Öresundbrücke nach Südschweden und weiter nach Amal. (Die Große-Belt- u. Öresundbrücke sind gebührenpflichtig) A3: Von der dänischen Grenze über Fünen, die Große-Belt-Brücke, nach Helsingör. Von dort mit der Fähre nach Helsingborg. Von Helsingborg weiter bis Amal.

Ausrüstung

Am besten geeignet für Mehrtagestouren auf dem Vänern sind Seekajaks, die speziell für Bootstouren an den Küsten von Großgewässern konstruiert sind. Diese Boote verfügen in der Regel über abgeschottete Gepäckluken. Der Paddler sollte über eine geeignete Sicherheitsausrüstung verfügen, wie Spritzdecke, Paddeljacke, Schwimmweste, Ersatzpaddel und Kartenmaterial im Maßstab 1:100.000 oder kleiner (wasserdicht verpackt). Wer unsicher ist, sollte erste Touren in Begleitung erfahrener Paddler machen.

Reisezeit

Beste Reisezeit ist zwischen Juni und September. In diesem Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, sommerliche Temperaturen vorzufinden. Die Tage sind im Juni am längsten. Die erste Junihälfte vor Mittsommer ist am ruhigsten.

Camping

Neben Campingplätzen gibt es in Schweden das Jedermannsrecht (Allemansrätten), das in gewissen Grenzen relativ freies Zelten erlaubt. Respekt- und verantwortungsvolles Verhalten sind eine Grundvoraussetzung dieser Tradition.

 

Autorenportrait

Jörg Knorr, Jahrgang 1961, ist Maschinenbauingenieur, arbeitet als freier Reisejournalist und Fotograf und lebt mit seiner Familie seit 1991 in Flensburg. Regelmäßig unternimmt er ausgedehnte Kajakreisen in Deutschland, Skandinavien oder Kanada. Knorr arbeitet für Reise- und Outdoor-Magazine. Seine Fotos sind in verschiedenen Katalogen von Reiseausrüstern zu finden. Jörg Knorr präsentiert regelmäßig Multimedia-Vorträge über seine Kajakreisen. Weitere Informationen, aktuelle Termine und Kontaktdaten können Sie unter www.kajaktraum.de finden.

 

 

 

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