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Stark, schnell, sauber – 3 Dieselmotoren im Praxistest

Motorboot kaufen – eine nicht ganz einfache Wahl zwischen unterschiedlichsten Motorenfabrikaten und Herstellern. Welcher Typ ist der Beste, der Stärkste, der individuell Richtige? Im Leistungscheck: Drei Dieselmotoren. Welcher bringt’s?
 
Drei Motoren mit 350 bis 370 PS bestücken drei bauidentische Sportboote des Brands Aquador 28 HT – je 28 Fuß, 8,80 m lang und 3,10 m breit – und dabei mit robusten 3200 kg keine Leichtgewichte, die eine werftseitige Belastungsvorgabe von maximal 5300 kg stemmen. Jedes Test-Boot verfügt über vier plus zwei Kojen, geräumiges Cockpit, Pantry-Küche und separates WC. Hydraulische Lenkung und Trimmklappen versprechen optimalen Fahrkomfort – ein robustes Boot, das Maschinen zwischen 260 und 370 PS verlangt. Alle drei Anlagen, sowohl Yanmar 8LV-370Z und Volvo Penta D6-370 mit 370 PS, als auch der Cummins TDI 4.2 mit 350 PS arbeiten per Z-Antrieb: Diese Motoren reizen die Leistungsgrenzen des eingesetzten Bootstyps ganz bewusst aus.
 
Von Grund auf für Boote und Yachten konzipiert, punktet der 6-Zylinder-Dieselmotor von Volvo Penta mit Common Rail Einspritzsystem, zwei obenliegenden Nockenwellen, 4-Ventiltechnik, Turbolader, Ladeluftkühlung und EVC (Electronic Vessel Control). Der kompakt bemessene Motor, der auf Schlauchverbindungen weitgehend verzichtet, vereint mehrere Funktionen in einem Bauteil. Für eine schadstoffarme Verbrennung sorgt das Common Rail mit weicher 3-Phasen-Einspritzung – IMO NOx Grenzwerte werden unterschritten, die Abgasnormen EU RCD und US EPA Tier 2 erfüllt.
 
Die Fahrleistung des Volvo Penta D6-370? Sportlich-souverän – fast rauchfrei zeigt sich bereits bei geringeren Drehzahlen ein bulliges Drehmoment durch Common Rail und den großen Hubraum. Dank Doppelaufladung durch Turbolader und Kompressor wird im gesamten Drehzahlbereich gleichmäßig und vergleichsweise geräuscharm beschleunigt: Erst bei höheren Drehzahlen ist der optimale Arbeitslevel erreicht; der elektronisch gesteuerte Kompressor wirkt so lange auf die 5499 Kubik Hubraum ein, bis der durch den Turbo generierte Druck genügt. Drehzahl und Powertrimm kontrolliert eine komfortable Einhebelschaltung. Darüber hinaus ermöglichen ergonomisch geformte Fernbedienungen ein weiches, aber immer präzises Schalten. Der Steuerstand lässt sich durch Farbbildschirm ergänzen, und ist der Motor abgestellt, kann man das Getriebe noch 24 Stunden mitlaufen lassen.
 
Der Yanmar 8LV-370Z – bis 2000/min kein Riese, was die Beschleunigung angeht, aber dann … Zwei Turbolader sorgen für eine ordentliche Motorleistung des wassergekühlten Diesel-Innenborders; eine Zylinderbohrung von 86 und ein Kolbenhub von 96 mm machen 4461 ccm Hubraum. Nenndrehzahl des Herstellers: 3800/min. Der Japaner bringt im trockenen Zustand satte 550 kg auf die Waage – womit er den Cummins um 81 kg überholt, aber im Vergleich zum 220 kg schwereren Volvo wie ein Fliegengewicht wirkt. Der Yanmar kommt wahlweise mit Doppelpropeller-Z-Antrieb oder KMH50-Getriebe. VCS (Vessel Control System) ermöglicht ein präzises Steuern per Joystick. Wie beim Volvo ist auch hier die strenge EPA-Tier-3-Abgasnorm nur ein müdes Schulterzucken wert.
 
Der Cummins entpuppt sich als echter VW: Via Common Rail und zwei Turboladern inklusive variablen Abgas-Geometrien erreicht er seine 350 PS und läuft innerhalb eines breiten Spektrums effizient – eine dynamische Fahrleistung ohne Turboloch.
 
Ja, Volkwagen-Marine lässt grüßen, seit Anfang 2011 mit im Cummins-Boot. Top-Speed kein Problem: Der Cummins hält mit seinen 370er Konkurrenten gnadenlos mit. Auch ansonsten strengt man sich an – glaubt man Produktmanager Chris Wachowski bei CMD, werden die Neuen zwangsläufig den Ruf von Dieselmotoren verändern: Wo die Erfordernisse globaler Emissionsvorgaben übertroffen werden, sind die Zeiten schwerer, lärmender und qualmender Diesel endgültig vorbei. Und für das Frühjahr 2012 setzt Cummins einen Schwerpunkt auf benutzerfreundlichen digitalen Instrumenten, die Aufschlussreiches wie Bootsgeschwindigkeit, Ruderlage oder Motorspannung detailgenau vermelden.
 
Der Testsieger? Erlaubt ist, was individuell Sinn macht. Sie möchten als Skipper zuladen? Mit 469 kg ist der Cummins TDI 4.2 der Leichteste der Drei – hier sind im Vergleich zum Volvo über 300 kg möglich. Verbrauchstechnisch trotz allem der leise Volvo Penta D6-370A die Nase vorn – wirtschaftliche Fahrt vorausgesetzt. Und der Yanmar? Jeder, der gern länger schnell fährt, braucht einen Antrieb, der auch bei Höchstgeschwindigkeiten sparsam arbeitet.